Wir begrüßen unser neues Familienmitglied – unseren Sohn
Jako Niila Wilde
– in unserer bunten Familie!

Hausgeburt in Familie

Er kam vorgestern Abend zu uns; zu Hause, mit der Hilfe zweier Hebammen. Juliane hat das so wunderbar gemacht und ihn in so tiefer Verbundenheit mit ihrem Körper und mit so großem Vertrauen zu mir zu uns auf die Welt geführt. Ich bin ihr so dankbar, dass sie für uns diese anstrengende Reise unternommen hat!

In der ersten Nacht hat er eigentlich nur geschlafen – und zwar auf meinem Bauch! (Dafür ich nicht, da ich so fasziniert vom neuen Leben war, und darauf bedacht, dass es auch erhalten bleibt und immer schön atmet…)

Die Geschwister

Die anderen Kinder sind von diesem großen Ereignis natürlich auch sehr berührt. Die Mädchen von Juliane haben ihn schon kennengelernt; sie waren quasi schlafend dabei und konnten ihn am Morgen leibhaftig begrüßen. Meine Jungs haben angerufen und waren ganz interessiert an den Zahlen. Und wie er so die erste Zeit hier erlebt hat, ob er auf meinem Bauch geschlafen hat, usw…

Meine jüngste Tochter ist heute da und fing gleich an zu singen! Lauter Lieder, die ihn auf der Welt willkommen heißen sollten. Bei ihr habe ich aber auch eine sehr empfindsame Seite entdeckt. Die Geburt eines Kindes ist – auch für die Geschwister – eine lebensverändernde Tatsache.

Eine neue Erfahrung

Ich bin so dankbar, dass ich diese wunderbare Erfahrung zusammen mit Juliane machen darf. Ich sehe sie ganz neu. Jeden Tag. Wir kennen uns jetzt so lange (über 10 Jahre), aber die Elternrolle ist neu für uns.

Gleich nach seiner Ankunft, kam mir folgender Gedanke:
Ich fühle mich heute, wie nie zuvor. Später, als der Gedanke reifte, inspirierte mich das zu einer neuen Perspektive:

Ich fühle mich in jedem Moment, wie noch nie zuvor.

Das empfinde ich nunmehr als sehr wertvoll, da es mir hilft, jeden Tag und jeden Moment als „neu“ erleben zu können. „Change is the only constant“. Wie wahr!

Nachtrag…

Die Namensgebung…das ist ja immer so eine Sache. Manchmal habe ich Angst vor meiner eigenen Schöpferkraft. Immerhin läuft dieser Mensch voraussichtlich sein ganzes Leben lang mit dem oder den Namen herum.

Aber womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten, war die deutsche/leipziger Bürokratie. Da der zweite Vorname (Niila) nicht im Namensbüchlein der Standesbeamtin abgedruckt war, hatten wir die Aufgabe, uns zu bemühen, einen Nachweis – dass der Name existiert(?) – zu bringen. Das entweder beim Namenforschungsinstitut (Kostenfaktor!) oder in der Nationalbibliothek, in der ja von jedem deutschsprachigen Buch ein Exemplar existiert. Also mit Kopie der Seite und der ISBN-Nummer. Darauf hatte ich schon mal keine Lust, weil das mindestens einen Vormittag kosten würde.

Da Juliane enge Kontakte zur Zweigstelle der Stadtbibliothek Leipzig in Böhlitz-Ehrenberg hat (sie ist da Stammkundin und wird mittlerweile mit Namen begrüßt; unsere CDs liegen dort auch aus), kam uns die Idee, unser Anliegen den netten Bibliothekarinnen ebendieser zu schildern. Und prompt legten sie sich ins Zeug, telefonierten die anderen Zweigstellen und schlussendlich auch jemanden im Namenforschungsinstitut und in der Nationalbibliothek ab. Von letzterem Kontakt kam dann tatsächlich ein Fundort samt PDF der Seite und ISBN-Nummer zu uns frei Haus! Welche Freude!

Mit Pralinenkasten und Blumenstrauss bestückt statteten wir den Damen am gleichen Tag einen Besuch ab und bedankten uns für die außerordentliche Freude, die uns diese Aktion gebracht hat. Nun kann ich entspannt meinen Termin im Standesamt wahrnehmen – wenn ich bis dahin meine Geburtsurkunde gefunden haben sollte – und der Beurkundung und damit irgendwie auch Menschwerdung unseres Sohnes steht erstmal nichts mehr im Wege.

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